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Die Hauptfigur Baal ist ein Paradebeispiel für toxische Männlichkeit. Er behandelt die Menschen um sich, besonders die Frauen, wie Dreck und rechtfertigt dies selbstverliebt mit seiner „Freiheitsliebe“ als Künstler. Wie geht man mit so einer Figur 2022 um? Hat sie sich, und damit auch ein Stück wie Baal, nicht selbst überdauert. Nur ist diese Aussage nicht zu einfach? Ist es nicht geradedeswegen wichtig und wertvoll sich mit diesemWerk auseinander zu setzen? Baal selbst ist dem Frühwerk von Brecht zu zuordnen. Die erste Fassung ist 1919 erschienen. 1922 folgte eine zweite überarbeitete Fassung. Es ist spannend zu sehen wie der Dramatiker Brecht sich an Baal abgearbeitet hat, besonders wenn man bedenkt das er 1955, also knapp vor seinem Tod im August 1956, nochmal Szenen aus dem Stück bearbeitet hat. Brecht hat sich also während seiner gesamten Schaffenszeit als Dramatiker immer wieder mit diesem Stück beschäftigt und es weiterentwickelt. Bereits diese Tatsache bildet einen interessanten Anreiz im Hinblick auf die männliche Hauptfigur und die weitere Erforschung des Stücks in Kooperation mit dem Ensemble. Dazu ist es nicht spannend die toxische Männlichkeit dieser Zeit, die teilweise noch fest verankert ist in unserer heutigen Gesellschaft, zu dekonstruieren und zu schauen woher kommt dieses Männlichkeitsbild. Wie haben wir uns gesellschaftlich weiterentwickelt? Wo stehen wir heute? Was hat sich durch Queer Studies verändert oder befindet sich im Prozess der Veränderung? Wie stabil oder eher fragil ist diese Entwicklung? Was wird passiert, wenn Baal auf Frauen aus dem Jahr 2021/22 trifft? Was haben sie ihm zu sagen und wie reagiert er? Was bedeutet es heute sich als Mann zu definieren? Müssen wir uns überhaupt noch als Mann ODER Frau definieren? Also lassen wir eine Figur wie Baal auf diese Ideen treffen in dem wir das Stück ernst nehmen, aber, und das würde Brecht möglicherweise sogar gefallen, 3 Darstellerinnen, die auch alle Frauenfiguren im Stück spielen werden, Baal befragen lassen. Ihn herausfordern und ihn mit den Auswirkungen seiner Handlungen im Stück konfrontieren. In diesem Prozess wird auch die Figur des Eckhards und seine Beziehung zu Baal gegen den Strichgebürstet. Steckt nicht in Eckhard die mögliche Aufhebung der Gender Normen? Wir werden sehen

Regie: Melanie Schöberl

 

Besetzung:

Eric Lenke

Varvara Pomoni

Jennifer Trippel

Anja Becker

Anna- Sophie Sattler

mit Musik von: Burkhardt Rieger

 

Foto: Anika Ullmann

 

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Eric Lenke arbeitet als Sänger und Schauspieler in den unterschiedlichsten Ensembles.

Mit der Regisseurin Melanie Schöberl verbindet ihn bereits eine vorangegangene Produktion („Eines langen Tages Reise in die Nacht“, Landungsbrücken, Frankfurt). Mit Baal spielt er „seinen ersten Brecht“, und das erfreut ihn sehr…! (www.eric-lenke.de)

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Varvara Pomoni kommt aus Griechenland.  Sie ist als Schauspielerin & Theaterpädagogin tätig in Frankfurt. Sie freut sich, in ihrer ersten deutschsprachigen Produktion im Megalomania Theater auf der Bühne zu stehen.

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Jennifer Trippel ist freischaffende Schauspielerin vor der Kamera und auf der Bühne. "Baal" ist ihre 10. Produktion am Megalomania Theater. 

www.jennifertrippel.com

Anja Becker ist freischaffende Schauspielerin und arbeitet an verschiedenen Theatern in Rhein-Main und bundesweit vor der Kamera. Im Rahmen des Brecht-Jahr am Megalomania Theater spielt sie auch im „Messingkauf“ und hat den „Guten Menschen von Sezuan“ inszeniert. Derzeit ist sie außerdem im Frankfurter Autoren Theater in „Die Präsidentinnen“ zu sehen sowie in „Variations Serieuses“ im Gallus Theater. https://www.schauspielervideos.de/fullprofile/schauspielerin-anja-becker.html

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Anna-Sophie Sattler hat Musik- und Literaturwissenschaft in Frankfurt am Main studiert und
arbeitet seit einigen Jahren im Rhein-Main-Gebiet als freischaffende Künstlerin und Pianistin.
Seit 2010 ist sie als musikalische Leitung, Darstellerin oder Regisseurin an verschiedenen
Bühnenproduktionen im Raum Frankfurt beteiligt, darunter auch Kinder- und Jugendtheater.

Zu ihren letzten Projekten mit großem Ensemble gehören eine Werkschau über Faust-
Adaptionen, die Komödie Nie wieder Friede von Ernst Toller sowie ein Triptychon-Abend

mit Werken von Walter Hasenclever.

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